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UFA-Kino Kristallpalast Dresden - Coop Himmelblau
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UFA- Kino Kristallpalast


Architekt: Coop Himmelblau  Wolf D. Prix und Helmut Swiczinsky

Ein Solitär als verkörperter Individualismus

In klarer, geometrischer Ordnung bilden die schlanken Scheibenhochhäuser an der Prager Straße in Dresden ein
städtebauliches Ensemble, das mit dem Hauptbahnhof im Süden und dem Übergang zum Altmarkt im Norden ein typisches
Ergebnis der Stadtplanung der 60er Jahre ist. Diesem Ensemble wurde mit dem Kinozentrum ein weiteres Element
hinzugefügt, das einen neuen öffentlichen Raum östlich der Prager Straße definiert und damit zugleich die Querbezüge zur
großen Achse verstärkt.

Zur Belebung dieses neu gewonnenen urbanen Raumes werden sämtliche Zugänge zum komprimierten Kinoblocals öffentliches
Ereignis inszeniert. Das weite Foyer, die skulputral ausgeformten Treppenanlangen, die in einen Drahtkegel eingehängte
Bar und zusätzliche Servicefunktionen werden weithin sichtbar in den öffentlichen Raum eingestellt und von einer
kristallinen Stahl-Glaskonstruktion umfasst, die diesem neuen Treffpunkt inmitten der Stadt ein einprägsames Zeichen mit
weiter Ausstrahlung gibt.

In bewegtem Kontrast zu den sonst zumeist monofunktional konzipierten und im Gefüge der Stadt hermetisch abge-
schlossenen Baukörpern solcher Unterhaltungsmaschinen wird hier dem Publikum eine vielfältig bespielbare Bühne gegeben,
auf der sich vor allem die jüngere Generation spielerisch darstellen kann. Durch die Sichtbarkeit der Bewegungen und
Interaktionen im - zumal abends hell erleuchteten Kristall wird der transparente Baukörper selbst gleichsam zu einem
Medium der Öffentlichkeit, daß für die Wiedergewinnung von Urbanität in unseren Städten einen beispielhaften Beitrag
leisten kann.

In der expressiven Formensprache kommt gegenüber der strikten Geometrie der Umgebung eine fast anarchisch anmutende
Vitaliät zum Ausdruck, die gerade in dieser Gelenksituation zwischen Altstadt und Nachkriegsmoderne einen
bemerkenswerten, zukunftsweisenden Akzent von hoher gestalterischer Qualität setzt.



Text aus der Laudatio zur Verleihung des Deutschen Architekturpreises 1999