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Köln Rheinauhafen Halle 11 - JSWD Architekten
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Halle 11 - Rheinauhafen Köln 

Lichte Logen im alten Speicher 

Die Umgestaltung des Kölner Rheinauhafens in einen Arbeits- und Wohnstandort am Wasser nähert sich 2008 ihrem Abschluss.
Neben Neubauten wie den markanten Kranhäusern war die Umnutzung einer Reihe denkmalgeschützter Speichergebäude fester
Bestandteil des Konzepts. Dazu zählt auch die Halle 11, ein Ende des 19. Jahrhunderts als Zollhalle errichtetes
Speichergebäude.

An die einstige Bedeutung des Kölner Rheinauhafens erinnert das repräsentative, mit gelben und roten Klinkern
ausgemauerte Kreuzrippengewölbe in seinem Erdgeschoss – ein früher Stahlbetonbau. Bei dem 2003 vom Bauherren, der PARETO
GmbH/ Provinzial Rheinland Versicherung AG ausgelobten Wettbewerb für den Umbau und die Rekonstruktion des Speichers
ging der erste Preis an das Konzept von JSWD Architekten.
 
Besonderes Augenmerk galt beim Umbau des im Krieg beschädigten und später vereinfacht wieder aufgebauten Speichers dem
Grundrisskonzept: Mit seiner Tiefe von 21 m erhält der Speicher insbesondere in seiner Mittelzone nur wenig natürliches
Licht. In der von JSWD entwickelten Grundrisslösung ist das Thema der Belichtung daher zentral. Oberhalb des
Erdgeschosssockels wurde ein neuer, zur Rheinseite weitgehend verglaster Kubus in den bestehenden Baukörper eingefügt.
Zur Stadtseite und auch an den Stirnseiten bleiben die denkmalgeschützten Fassaden erhalten. Die großzügige Verglasung
zur Rheinseite erlaubt eine ausreichend Belichtung der Wohn- und Büronutzungen bis in die Tiefe des Gebäudes.

Im Speicher entstanden 68 Wohnungen, die mit großzügigen Balkonen und Wintergärten Logenplätze am Rhein bieten. Den
kleineren Teil der rund 13.000 Quadratmeter Nutzfläche bilden Büros (3.700 qm) sowie Gewerbeflächen im EG (2000 qm) im
fast feierlichen Ambiente des alten Gewölbes. Für ein angenehmes Klima sorgen eine Bauteilaktivierung im Bereich der
Büros sowie eine Fußbodenkühlung in den Penthäusern.

In der Rheinfassade entsteht somit der Eindruck eines gläsernen Implantates, das als transparenter, in sich
eigenständiger Körper den Altbau durchdringt und sich an dessen Außenmauern anschmiegt.
So modern sich der neue Speicher zum Fluss hin präsentiert, an den seitlichen Giebelfassaden wie auch an Fassade zum
Hafenbecken bleibt seine ursprüngliche Gestalt erhalten. Den gelben Tuffstein und den Lavabasalt der Bestandsfassade
griff man bei den zeitgenössischen Ergänzungen auf, wodurch alt und neu auch in Farbe und Material korrespondieren. Zwei
Staffelgeschosse wurden auf die vier bestehenden Etagen aufgesetzt und stellen die Dimensionen des Gebäudes wieder her.
Die umlaufenden Zinnen, die früher die Fassade bekrönten, wurden entsprechend dem historischen Vorbild rekonstruiert.

Die Umnutzung der Halle 11 zeigt anschaulich, dass auch ein Gebäude, das nur umgebaut werden soll, nach einer
übergeordneten Entwurfsidee verlangt. Nur so kann am Ende spannungsvolle Architektur stehen, bei der Altes und Neues zu
einer überzeugenden gestalterische Einheit finden.